Magenkrebs wird oft spät erkannt

Immer weniger Menschen erkranken neu an Magenkrebs.
 Leider ruft Magenkrebs in frühen Stadien keine oder kaum Beschwerden hervor.
 So wird er oft erst in späteren Stadien entdeckt.

Magenkrebs-Magen des Menschen im Fokus

Als Magenkrebs bezeichnet man bösartige Tumore, die in der Magenschleimhaut entstehen. Genauer gesagt entstehen diese Tumore in den Zellen der Drüsen der Magenschleimhaut. Die Mediziner nennen sie Adenokarzinome.
Magenkrebs gehört zu den wenigen Krebsarten, deren Häufigkeit in den westlichen Ländern in den letzten Jahrzehnten spürbar gesunken ist.

Welche Gründe gibt es dafür?

Einige Wissenschaftler führen das auf die Einführung von Kühlschränken zurück. Denn vorher war das Einpökeln, Einsalzen und/oder Räuchern von Fleisch die Standardmethode der Haltbarmachung von Fleisch und Wurst. Pökelsalz, welches man früher dazu verwendete, gilt als krebsfördernd. Und auch der Rauch, der beim Räuchern von Fisch und Fleisch verwendet wird, soll krebserzeugende Substanzen enthalten.
In Deutschland treten jährlich etwa 15.000 Neuerkrankungen auf. Das mittlere Erkrankungsalter bei Frauen liegt bei 75 Jahren. Bei Männern liegt es etwa bei 71 Jahren. Sie sind etwas häufiger betroffen als Frauen.
Im Magen können auch andere Tumorarten vorkommen: Gastrointestinale Stromatumoren (GIST). Sie gehören zu den Weichteiltumoren. Leiomyosarkome  gehen vom Muskelgewebe der Magenwand aus. Schließlich können auch bösartige Erkrankungen des Lymphgewebes im Magen auftreten.
In diesem Text geht es nur um das klassische Magenkarzinom oder auch Adenokarzinom genannt.

Risikofaktoren - Magenkrebs

Helicobacter pylori im menschlichen Magen-vector
Helicobacter pylori im Magen

Auch andere Magenerkrankungen erhöhen das Magenkrebsrisiko.
Eine chronische Gastritis vom Typ A, die eine Autoimmunerkrankung darstellt, erhöht das Risiko, an Magenkrebs zu erkranken.
 Auch die sogenannte Riesenfaltengastritis, eine weitere Form der chronischen Magenschleimhautentzündung erhöht das Risiko an Magenkrebs zu erkranken.
Ebenfalls die in frühem Lebensalter aufgetretene Erkrankung an Magenkrebs eines nahen Blutsverwandten gilt als erhöhter Risikofaktor.

Als Risikofaktoren für die Entstehung von Magenkrebs gelten bestimmte Erkrankungen des Magens.
Der erste und wichtigster Risikofaktor ist die Besiedlung des Magens mit Helicobacter pylori. Dieses Bakterium siedelt sich in der schützenden Schleimschicht des Magens an. Dort macht es nicht immer Probleme aber in einigen Fällen kann es eine Magenschleimhautentzündung Typ B verursachen. Verläuft diese Entzündung chronisch, weil der Betroffene nichts davon bemerkt, kann das die Entstehung von Magenkrebs begünstigen. Außerdem kann Helicobacter pylori auch die Entstehung von Magengeschwüren begünstigen, die dann wiederum zum Risikofaktor für die Krebsentstehung werden. 
Es sollte bei Patienten, die an chronischer Gastritis leiden, Magenpolypen haben oder eine Riesenfaltengastritis regelmäßig eine Magenspiegelung durchgeführt werden, um ein Auftreten von Magenkrebs im Frühstadium zu erkennen.                                                            

Achtung: neue Definition von Risikoguppen

                                                                                                        24.09.2019                     >>Das Leitlinienprogramm Onkologie hat die aus dem Jahr 2012 stammende S3-Leitlinie Magenkarzinom aktualisiert. Unter Federführung der deutschen Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten e.V. (DGVS) wurden alle bestehenden Behandlungsempfehlungen für das Magenkarzinom und für Tumoren des Mageneinganges überprüft und wenn nötig überarbeitet. Hier wurde die Thematik Nachsorge zusätzlich ergänzt. 
Aber vor allem neu ist: die Definition von Risikogruppen, bei denen das Bakterium Helicobacter pylori präventiv vollständig beseitigt werden sollte. Dies ist bei Patienten mit einer chronischen Magenschleimhautentzündung der Fall.
Ein frühes Erkrankungsalter und ein vermehrtes Vorkommen von Magenkrebs in der Familie können auf eine erbliche Form der Erkrankung hinweisen. Es sollte in diesen Fällen ein Humangenetiker hinzu gezogen werden.<<

Den vollständigen Text findet ihr hier:
https://www.leitlinienprogramm-onkologie.de/leitlinien/magenkarzinom/

Risikofaktoren durch Lebensgewohnheiten und Genetische Prägung

Auch Lebensstil und Ernährungsgewohnheiten spielen eine Rolle. Neben dem häufigen Verzehr stark gesalzener Speisen spielen hier Rauchen und übermäßiger Alkoholkonsum eine bedeutende Rolle. Gepökeltes, Geräuchertes und Gegrilltes scheinen ebenfalls Magenkrebs zu fördern.
Die Gene spielen ebenfalls eine Rolle. Es gibt verschiedene erbliche Karzinomsyndrome. Und Magenkrebs kommt auch bei anderen genetischen Mutationen ( z.B. Trisomie 21, Sichelzellenanämie …) verstärkt vor.
In einigen Studien ergibt sich ein gehäuftes Auftreten von Magenkrebs bei Menschen mit Blutgruppe A. Bei einer Erkrankung an einer erblichen Darmkrebsform ist das Erkrankungsrisiko für Magenkrebs ebenfalls erhöht.

Symptome und Warnzeichen

Für ein Magenkarzinom ist es typisch, dass es längere Zeit keine oder nur unterschwellige Beschwerden macht. Oft werden derartige Beschwerden auf einen empfindlichen Magen geschoben. Aber das kann fatal sein.
 Bei mehrfachem Auftreten einer oder mehrerer der folgenden Beschwerden, solltet ihr zeitnah einen Arzt aufsuchen:

  • Du entwickelt gegen bestimmte Lebensmittel eine neu entstandene Abneigung (in vielen Fällen ist es Fleisch)
  • Dein Körper reagiert plötzlich empfindlich auf Nahrungsmittel, die er vorher immer problemlos vertragen hat
  • Du stellst einen ungewollten Gewichtsverlust fest
  •  Immer mal wieder treten bei Dir Schmerzen oder ein Druckgefühl im Oberbauch auf
  • Du leidest öfter an Symptomen wie Sodbrennen, Übelkeit, Völlegefühl und Appetitmangel
  • Du fühlst dich müde und deine Leistungsfähigkeit ist eingeschränkt (Blutarmut, durch ständigen Blutverlust durch Sickerblutungen)
  • Du erbrichst Blut, hast schwarzen Stuhl und/oder bemerkt Wassereinlagerungen im Bauchbereich
  • Begleitsymptome können sein: Fieber über 38 Grad Celsius, Nachtschweiß und ein hoher Gewichtsverlust (mehr als 10% des ursprünglichen Körpergewichtes)

Diagnose - Magenkrebs

Der Arzt führt zunächst ein Patientengespräch in dem er die Beschwerden genau hinterfragt und sich über Vorerkrankungen informiert. Hieran schließt sich meist eine körperliche Untersuchung an. Diese Untersuchung lässt den Arzt nach eventuellen Veränderungen im Bauchraum suchen. Speziell sucht er nach tastbaren Vergrößerungen der Lymphknoten.

Die endoskopische Spiegelung des Magens, der Speiseröhre und des ersten Teiles des Dünndarmes ist dann meist, wie auch bei anderen Erkrankungen des oberen Verdauungstraktes, der nächste Schritt. Dabei werden an auffälligen Stellen Gewebeproben entnommen. Diese werden im Labor von Spezialisten auf das Vorhandensein von Tumorzellen untersucht. Auch das Vorhandensein einer Infektion mit Helicobacter pylori kann so festgestellt werden.
Der Arzt wird auch Blutuntersuchungen und Stuhlproben veranlassen.
Sollte sich der Verdacht auf Magenkrebs erhärten, kommen zur Bestätigung der Diagnose Untersuchungen wie eine Computertomografie des Bauchraumes, Röntgenaufnahmen des Brustkorbes und eine Szintigrafie der Knochen in Frage.
Durch diese Untersuchungen erkennt der Arzt eventuelle Metastasen im kleinen Becken, in der Lunge, der Leber, in Knochen und im Gehirn. So bestimmt der Arzt das Stadium der Erkrankung und die genaue Art des Tumors.
An Hand von Tumorgröße, Lymphknotenbefall und dem Auftreten von Metastasen wird das Stadium der Erkrankung ermittelt.

Therapie

Entdeckt der Arzt den Magenkrebs in einem sehr frühen Stadium gibt es die Möglichkeit ihn minimalinvasiv zu operieren. Das geht allerdings nur, wenn der Krebs ausschließlich die Magenschleimhaut befallen hat. Es wird bei einer Magenspiegelung der Tumor mit den Instrumenten im Endoskop abgetragen und entfernt.
Die meist verwandte Therapie ist die offene Operation, bei der versucht wird, den Tumor möglichst vollständig zu entfernen.
Bei fortgeschritteneren Tumoren entfernen die Chirurgen den Magen und die nächstgelegenen Lymphknoten meist vollständig. Falls das möglich ist, formt der Chirurg aus einem Dünndarmabschnitt einen Ersatzmagen.

Bei Magenkrebs sind Strahlen- und Chemotherapie nur mäßig erfolgreich. Manchmal wird die Chemotherapie angewandt um den Tumor im Vorfeld einer Operation zu verkleinern.                                    

Die Heilungschancen bei Magenkrebs hängen vom Erkrankungsstadium ab. 
Ist ausschließlich die Magenschleimhaut betroffen, liegen die Heilungschancen bei 70 bis 80%. Im Spätstadium mit Fernmetastasen liegt die Chance auf vollständige Heilung allerdings nur bei 5%. 
Die Lebensspannen, auch bei unheilbaren Stadien der Erkrankung, haben sich heute deutlich verlängert.
Bei potentiell unheilbaren Erkrankungen an Magenkrebs wird häufig eine Antikörpertherapie eingesetzt, die das Wachstum des Tumors verlangsamen soll. Manchmal ist es nötig, das ein Patient, besonders in Spätstadien der Erkrankung, künstlich ernährt wird. Der Einsatz von starken schmerzstillenden Medikamenten kann eine Schmerzlinderung und Schmerzfreiheit herbeiführen.
So wird versucht die Lebensqualität der Patienten zu verbessern.

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