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Hilfe bei Stillem Reflux durch Craniosacral-Therapie

Craniosacral-Therapie bei Stillem Reflux

Ein Wort zu Einführung

Auf der Suche nach Hilfe bei Stillem Reflux wenden sich Betroffene oft an mich. Da kommt immer wieder die Frage nach einer Ärzte-Liste oder einer Liste mit Therapeuten auf, die ich leider nicht bieten kann, denn es gibt sie leider nicht, oder sie behandeln nur in Privat-Praxen. Ich bin nun den umgekehrten Weg gegangen und habe meine E-Mail-Leser nach solchen Ärzten und Therapeuten befragt. Doch diesbezüglich herrschte Schweigen in meinem Mail-Eingang. Doch ich erinnerte mich daran, dass ich vor einiger Zeit einen kurzen Mail-Wechsel mit einer Betroffenen von Stillem Reflux hatte, die mir berichtetet hatte, dass ihr eine Craniosacral-Therapeutin sehr geholfen hatte.


Nun, ich konnte diese Therapeutin finden und zu für ein Interview gewinnen. Dieser Artikel entstand aus diesem Interview und ich möchte euch damit eine Möglichkeit aufzeigen, wie der eine oder die andere vielleicht einen Weg finden kann, den Stillen Reflux zu lindern und gleichzeitig auch herausfinden kann, wo die persönlichen Baustellen sind, um sich dann selbst aus dem Beschwerden-Karussell befreien zu können.

Dieser Artikel ist durch die freundliche und kompetente Unterstützung von Frau Lucienne Pragt entstanden.

Was ist Craniosacral-Therapie?

Wie ich erfahren habe, ist die Craniosacral-Therapie so etwas wie die kleine Schwester der Osteopathie. Manche nennen sie auch Craniosacrale Osteopathie. Es handelt sich prinzipiell um eine manuelle Therapie, bei der der Therapeut durch sanfte aber gezielte Berührungen die Selbstheilungskräfte des Patienten durch das Auslösen eines Entspannungszustandes mobilisiert.

Die Craniosacral-Therapie wäre in Übersetzung also die "Schädel-Kreuzbein-Therapie". Es werden bestimmte Handgriffe vorwiegend im Bereich des Schädels, des Nackens, des Zungenbeins, des Brustkorbs, der Wirbelsäule, des Zwerchfells, des Beckens und der Füße ausgeführt.

Es wird versucht, den Körper wieder in ein gesundes Gleichgewicht zwischen Spannung und Entspannung zu versetzen, so dass die Arbeit der Vagus-Nervs wieder funktionieren kann.
Viele Patienten fühlen sich nach einer solchen Therapie erschöpft, doch meist ist es eher so, dass sie nun im entspannten Zustand bemerken können, wie müde sie eigentlich sind.

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Was passiert bei einer Behandlung mit Craniosacral-Therapie?

Längerfristig sollen durch diese Therapie-Form Blockaden und Bewegungseinschränkungen gelöst werden. Das trifft insbesondere bei Stillem Reflux auch auf die Zwerchfellregion und das Zungenbein zu. Wo oft Verkrampfungen und Verspannungen durch Stress und Fehlbelastungen vorliegen. Diese Verkrampfungen schränken dann die Funktion beider ein. Und so ermöglichen sie es dem gasförmigen Reflux, bis in die Nebenhöhlen und den Rachenraum aufzusteigen.

Auch bei Funktionsstörungen des Kiefergelenks, einer sogenannten Craniomandibulären Dysfunktion, kann Craniosacral-Therapie eine wirksame Hilfe sein. Auch hier liegt die Verbindung zum Stillen Reflux nahe und wird durch Veränderungen in der Spannung der Speiseröhre manifestiert.

Bei einer typischen Therapiesitzung liegen die Patienten in Rückenlage auf einer Behandlungsliege. Die Behandlung dauert meist etwa 1 Stunde. Der Therapeut arbeitet mit seinen Fingern oder Handflächen meist mit minimalen Druck- oder Zugkräften. Dabei geht er entweder in die physiologisch sinnvolle Richtung vor, oder er geht den ertasteten Gebespannungen nach, um sie zu reduzieren.

Wie sieht die Theorie dahinter aus und gibt es wissenschaftliche Studien?

Die Craniosacral-Therapie geht davon aus, dass die rhythmischen Pulsationen der Gehirn-Rückenmarksflüssigkeit (Liquor cerebrospinalis) auch primärer Atemmechanismus genannt auf die äußeren Gewebe und Knochen übertragen. So sollen sie sich durch abtasten erfühlen lassen. Die Einzelknochen der Schädelkalotte werden bei der Craniosacralen Therapie entgegen der geltenden Lehrmeinung der Medizin als leicht gegeneinander verschieblich angesehen.

Anhand des Ertastens dieser Pulsationen stellt der Therapeut nun fest, wo erhöhte Gewebespannungen vorliegen und versucht diese Spannungen zu lösen.

Die Existenz einer im ganzen Körper wirksamen Liquorwelle sowie die Wirksamkeit der Cranio-Sacral-Therapie konnten nie zweifelsfrei belegt werden.
Einige Studien über die Wirksamkeit der Craniosacral-Therapie wurden auch in medizinischen Fachblättern auf Grund methodischer Mängel als ungenügend bewertet.

Die derzeitige Studienlage erlaubt keine verlässliche Aussage zur klinischen Wirksamkeit dieser Methode.  Dennoch gibt es einzelne hochwertige Studien die über eine schmerzlindernde Wirkung und eine Steigerung des Wohlbefindens berichten.
Ich habe bisher noch nicht über diese Methode berichtet, weil es deutliche Zweifel an Theorie und Wirksamkeit gibt, doch egal wie die Wissenschaft es sieht, bei einigen Betroffenen hat diese Behandlung zu einem deutlichen Rückgang der Beschwerden geführt.

Ursachensuche bei Stillem Reflux und Craniosacral-Therapie

Gerade bei der schwierigen Ursachensuche bei Stillem Reflux kann die Craniosacral-Therapie aus meiner Sicht gute Dienste leisen. Viele Betroffene sind nicht oder nur schwer in der Lage, die Schwachpunkte in ihrem eigenen Körper zu finden. Ist es das Zwerchfell oder doch eher die Speiseröhre, der Zwerchfellbruch oder dann doch der Nervus phrenicus oder gar der Vagusnerv? Hier kann der Therapeut nicht nur für Linderung sorgen, sondern auch wertvolle Hinweise auf Ungleichgewichte in den Geweben geben.

Dort wo diese Behandlung ansetzt, findet man auch die Körperbereiche, die dysfunktional sind. Und eben dort kann man mit eigenen Behandlungs- und Bewegungskonzepten ansetzten um dem Stillen Reflux ein Ende zu setzen. 

Gerade das Zwerchfell, der Nackenbereich mit den Scalenusmuskeln, der Kehldeckel, die Speiseröhre, der Kiefer, sowie der Quadratus- und Psoasmuskel sowie der Nervus Phrenicus und der Vagus-Nerv spielen bei Stillem Reflux neben der Ernährung eine entscheidende Rolle und sind alle durch Craniosacral-Therapie beeinflussbar.

So erscheint es mir sinnvoll auf diese Möglichkeit hinzuweisen. Natürlich werden sich nun wieder einige empören über diesen "unwissenschaftlichen Unsinn", den ich da schreibe und mich mal wieder in die "Eso-Ecke" stellen. Gut Freunde, macht das! 

Ich habe diesen Artikel geschrieben, weil ich auf eine Möglichkeit hinweisen möchte, die vielleicht einigen Betroffenen Hilfe und Linderung bringen könnte. Und das ist mir die nun folgende "Protest-Welle" wert.

Ich habe mit dieser Methode selbst keine Erfahrungen aber einige meines Kursteilnehmer hier in Spanien schon. Und die sind alle durchweg positiv.

Um euch die Möglichkeit zu geben, über eine solche Behandlung einmal nachzudenken, habe ich euch hier eine Therapeutenliste und auch ein paar wissenschaftliche Studien verlinkt. Weitere findet ihr in den Quellenangaben.

https://www.cranioverband.org/forschung/wissenschaftliche-studien

https://www.cranioverband.org/therapeutenliste

Hallo, ich bin Andy

Ich arbeite als Medizinjournalistin und Autorin.  

Nach Abschluss eines naturwissenschaftlichen Studiums mit Diplom begann ich mich für Medizinjournalismus zu interessieren und machte ihn zu meinem Beruf.

Als Betroffene von Magen-Darm-Erkrankungen weiß ich, worüber ich schreibe.



Andy Kuhl

Quellen

  • Anne Jäkel und Philip von Hauenschild: A systematic review to evaluate the clinical benefits of craniosacral therapy. In: Complementary Therapies in Medicine. Band 20, Nr. 6, Dezember 2012, S. 456–465, doi:10.1016/j.ctim.2012.07.009PMID 23131379.
  • John E. Upledger, Jon D. Vredevoogd: Craniosacral Therapy. Eastland Press. 1983. ISBN 0-939616-01-7
  •  John E. Upledger, Jon D. Vredevoogd: Lehrbuch der Craniosacralen Therapie I. Karl F. Haug Verlag. Stuttgart 2003. ISBN 3-8304-7168-8
  • Steve E. Hartman: Cranial osteopathy: its fate seems clear. In: Chiropractic & Osteopathy. Band 14, 8. Juni 2006, S. 10, doi:10.1186/1746-1340-14-10PMID 16762070PMC 1564028 (freier Volltext).
  •  Albin Guillaud et al.: Reliability of Diagnosis and Clinical Efficacy of Cranial Osteopathy: A Systematic Review. In: PloS One. Band 11, Nr. 12, 2016, S. e0167823, doi:10.1371/journal.pone.0167823PMID 27936211PMC 5147986 (freier Volltext).
  • P. Sommerfeld et al.: Inter- and intraexaminer reliability in palpation of the "primary respiratory mechanism" within the "cranial concept". In: Manual Therapy. Band 9, Nr. 1, Februar 2004, S. 22–29, doi:10.1016/s1356-689x(03)00099-7PMID 14723858.
  •  Deutsches Ärzteblatt 2009; 106(46): A-2325/B-1997/C-1941 Wissenschaftliche Bewertung osteopathischer Verfahren
  • John E. Upledger: Auf den Inneren Arzt hören – Eine Einführung in die KranioSacral-Arbeit. Basel 1994.
  • Torsten Liem: Praxis der Kraniosakralen Osteopathie. Haug, 2010.
  • Daniel Agustoni: Craniosacral-Rhythmus: Praxisbuch zu einer sanften Körpertherapie. Kösel-Verlag, 2006.