Schmerzen beim Schlucken

Mann mit Schluckstörungen
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Überblick

Schmerzen beim Schlucken können vielfältige Ursachen haben. Hier soll es um Schmerzen beim Schlucken durch Probleme in der Speiseröhre gehen.Hierbei handelt es sich um anhaltende, teils auch krampfartige Schmerzen beim Schlucken. Meist treten auch Beschwerden hinter dem Brustbein auf und oft kommen Schluckprobleme hinzu. Die Schmerzen können in den Rücken, Hals und Unterkiefer ausstrahlen. Das macht eine Abgrenzung zu Angina-Pectoris-Beschwerden nicht ganz einfach. Aber was genau steckt dahinter?
Natürlich treten auch Schmerzen und Schwierigkeiten beim Schlucken bei Infekten der verschiedenen Arten von Erkältungskrankheiten auf. Die beziehen aber meist nur Rachen, Hals und Mandeln in das Krankheitsgeschehen mit ein. Oft bildet auch eine Mandelentzündung die Ursache von Schluckschmerzen. Zu den weiteren Ursachen von Schluckschmerzen gehören auch die Entzündung des Kehldeckels, die Diphtherie, das Pfeiffersche Drüsenfieber und eine Schilddrüsenentzündung. Hier sollen aber unserem Themenbereich entsprechend nur Erkrankungen der Speiseröhre mit diesem Symptom besprochen werden. 

Folgende Erkrankungen können zu Grunde liegen:

  • Infektionen der Speiseröhre (häufig durch Pilze verursacht)
  • Geschwürbildungen
  • Tumoren der Zunge, des Rachens, des Mundbodens und der Speiseröhre
  • Geschwüre durch Medikamente (Pillenösophagitis)
  • Nusssknackerösophagus (Bewegungsstörungen der Speiseröhre)
  • Refluxkrankheit
  • Morbus Crohn

Wann zum Arzt?

Treten Schmerzen beim Schlucken über mehrere Tage auf und es ist keine Besserung zu verzeichnen, solltet ihr damit zum Arzt gehen! Der Hausarzt wird die Situation einschätzen, die Probleme selbst behandeln oder euch gegebenen Falles zum Gastroenterologen schicken!

Diagnose von Schmerzen beim Schlucken

Schmerzen beim Schlucken können viele Ursachen haben. Die passende Anlaufstelle ist zunächst meist der Allgemeinmediziner. Für Krankheiten die die Speiseröhre betreffen ist der Internist oder der Gastroenterologe zuständig. Der Arzt wird zunächst eine ausführliche Befragung des Patienten durchführen. Er wird Vorerkrankungen erfragen und weitere, begleitende Beschwerden und natürlich die sogenannte B-Symptomatik. Dabei handelt es um Fragen nach Nachtschweiß, Fieber und Gewichtsverlust. Diese Symptome deuten eventuell auf eine Krebserkrankung hin, können aber auch bei einer schweren chronischen Infektion auftreten. Danach wird der Mediziner dann eine körperliche Untersuchung durchführen. Dabei wird er die Mundhöhle, den Rachen und den Kehlkopf betrachten und nach Schwellungen, Rötungen, Eiter oder Bläschen suchen. Dies wären Zeichen einer Entzündung durch Vieren oder Bakterien. Wird er dabei fündig, wird wahrscheinlich ein Abstrich entnommen um die Erreger genau zu identifizieren. Außerdem kann durch eine einfache Tastuntersuchung am Hals nach geschwollenen Lymphknoten und einer vergrößerten Schilddrüse gesucht werden. Der Arzt kann auch eine Blutuntersuchung anordnen. Diese dient zum Nachweis einer Entzündung.

Diagnose von Schmerzen beim Schlucken durch Erkrankungen der Speiseröhre

Wenn die Speiseröhre der Erkrankungsort für die Schmerzen beim Schlucken ist, wird der Arzt eine Endoskopie anordnen. Dabei betrachtet der Untersucher die Speiseröhre mit einem Endoskop von innen und sucht nach Entzündungszeichen wie Rötungen oder anderen Veränderungen. Sollte der Arzt annehmen, das der Rückfluß von Mageninhalt in die Speiseröhre dort eine Entzündung hervor gerufen hat, kann er auch eine 24-Stunden-ph-Metrie anordnen. Dabei handelt es um eine Messung des vermuteten Säurerückflusses vom Magen in die Speiseröhre über 24 Stunden.

Behandlung von Erkrankungen der Speiseröhre, die Schmerzen beim Schlucken verursachen

Die bei weitem häufigste Ursache für entzündungsbedingte Schmerzen beim Schlucken ist die Refluxkrankheit. Dabei gelangt häufig Mageninhalt in die Speiseröhre. Dieser kann bis hinauf in den Hals  und Kehlkopfbereich aufsteigen und sogar Schäden an den Zähnen verursachen, wenn er bis in den Mund gelangt. Die Magensäure greift die Speiseröhrenschleimhaut an, es kommt zu Entzündungen und Schwellungen und bei Nahrungs – oder Flüssigkeitspassage schmerzt der entsprechende Bereich. Die Refluxkrankheit wird meist mit Säureblockern behandelt. Diese Medikamente sind hoch wirksam und reduzieren die Säureproduktion im Magen effizient. So kann sich die entzündete Speiseröhenschleimhaut regenerieren.

Infektionen der Speiseröhre werden nach Erregernachweis (Abstrich) je nach Ursache behandelt. Handelt es sich um eine Infektion mit Pilzen so werden diese durch ein Antimykotikum entweder direkt oder durch Einnahme von Kapseln behandelt. Liegt eine bakterielle Infektion vor, so wird der Arzt mit Antibiotika behandeln. Sollte es sich um eine Infektion mit Viren handeln, so können Virustatika gegeben werden.

Entzündungen der Speiseröhre entstehen auch durch unsachgemäße Einnahme von Medikamenten. Nehmen Patienten Medikamente im liegen und/oder mit zu wenig Flüssigkeit ein, so verbleiben die Tabletten oder Kapseln oft zu lange in der Speiseröhre und setzen dort ihre Wirkstoffe frei, die dann zu teils schweren Entzündungen führen können. Auch die Bildung von Geschwüren in der Speiseröhre ist möglich.

Sonderfall: Nußknackerspeiseröhre

Bei der Nußknackerspeiseröhre ist die Bewegung der Speiseröhrenmuskulatur gestört. Das kann Schmerzen beim Schlucken auslösen. Die Speiseröhre zieht sich am unteren Ende zu stark und zu lange zusammen. Dadurch bleiben Nahrungsbrocken leicht stecken und es kommt zu einem schmerzhaften Bolusgefühl. Der Arzt behandelt bei diesem Krankheitsbild meist zunächst mit krampflösenden Medikamenten. Manchmal wird auch Botulinumtoxin in die Speiseröhrenmuskulatur eingespritzt. Leider führt das aber meist nicht zu dauerhaftem Verschwinden der Beschwerden.

Morbus Crohn in der Speiseröhre?

Bei etwa 5% aller Morbus Crohn – Patienten tritt auch eine Entzündung der Speiseröhre auf. Die chronisch – entzündliche Darmerkrankung befällt manchmal auch andere Organe des Verdauungstraktes außer dem Dickdarm, Dünndarm und Zwölffingerdarm. Auch hier kann es zu Entzündungen und Schwellungen der Speiseröhrenschleimhaut kommen, welche wiederum dann zu Schmerzen beim Schlucken führen können.

Tumoren der Zunge, des Mundbodens, des Rachens und der Speiseröhre

Tumoren gut – oder bösartiger Natur sind auch immer raumfordernd. Das heißt, sie nehmen Platz weg, der sonst von anderen Geweben beansprucht wird. Die Speiseröhre hat einen mittleren Durchmesser von etwa 2 cm. So ist es nicht verwunderlich, das bei Tumorwachstum recht schnell eine Passagestörung auftreten kann. Bei Druck auf benachbarte Gewebestrukturen können auch hier Schmerzen beim Schlucken der Nahrung entstehen.

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