Zwerchfellbruch - Hiatushernie

Hiatushernie - Zwerchfellbruch
Zwerchfellbruch/Hiatushernie

Ein Zwerchfellbruch – Hiatushernie ist eine Ausstülpung von Teilen des Magens durch das Zwerchfell in den Brustraum. Meist sind Zwerchfellbrüche – Hiatushernien harmlos, aber leider sind sie nicht immer ungefährlich! Die meisten Betroffenen haben keine oder nur schwach ausgeprägte Symptome wie Reflux oder Verdauungsstörungen. Andere haben jedoch schwere Symptome wie Brustschmerzen, Blähungen, Schluckprobleme und Aufstoßen.
Behandelt werden meist nur die Symptome durch Medikamente. In seltenen Fällen wird, meist minimalinvasiv, operiert. Das nennt man auch Schlüssellochchirurgie oder auch Bauchspiegelung. Welche Art von Zwerchfellbruch wie behandelt wird und wann operiert werden muss, erfahrt ihr hier.

Inhalt

Arten von Hiatushernien

Je nach der durch das Zwerchfell getretenen Region des Magens und der Speiseröhre unterscheidet man drei Arten von Hernien.

axiale Gleithernien

Diese Art von Hernien nennt man auch Gleithernien. Sie sind weit verbreitet und sind oft ein Zufallsbefund bei Magenspiegelungen.
Hierbei stülpt sich der Übergang zwischen Speiseröhre und Magen, die sogenannte Cardia, ein Teil des Magens, welche sich normalerweise unterhalb des Zwerchfells befindet darüber.

paraösophageale Hernien

Hier liegt der Übergang zwischen Speiseröhre und Magen in der normalen Position, also unter dem Zwerchfell, ein Teil des Magens jedoch ist neben der Speiseröhre nach oben in den Brustraum verlagert. Auch diese Art der Hernien macht nur selten Probleme. Aber eine paraösophageale Hernie, die Symptome macht sollte operiert werden.

gemischte Hernien

Bei dieser Hernienart handelt es sich um eine Kombination von axialer Gleithernie und paraösophagealer Hernie. Sie ist bei etwa 15% der Betroffenen zu finden.

anatomische Verhältnisse bei verschiedenen Arten von Hernien

Normale Lage von Speiseröhre und Magen

normale Lage von Speiseröhre und Magen

Zwerchfellbruch, axiale Gleithernie

axiale Gleithernie

Zwerchfellbruch,paraösophageale Gleithernie

paraösophageale Hernie

Symptome

Die Beschwerden sind von der Art der Hernie abhängig. Die Scala reicht von fast völliger Beschwerdefreiheit bis zu medizinischen Notfällen und Not-OP’s.

Symptome bei axialer Gleithernie

Gleithernien sind oft Zufallsbefunde und bleiben nicht selten ohne Krankheitswert. Durch die mögliche Funktionsbeeinträchtigung des unteren Speiseröhrenschließmuskels haben bis zu 20% der Betroffenen jedoch Probleme mit Sodbrennen, Druckgefühl in der Brust, Schmerzen hinter dem Brustbein und Völlegefühl, besonders im Liegen. Durch diese Refluxbeschwerden kann es wiederum zur Entzündung der Speiseröhre kommen, die mit chronischen Blutungen einher gehen kann. Diese Blutungen führen zu einer Eisenmangelanämie. Das ist eine durch Blutung hervorgerufene Blutarmut die zu Eisenmangel und den entsprechenden Erschöpfungszuständen, Konzentrationsschwäche, Blässe, Haarausfall, Kurzatmigkeit, brüchigen Nägeln und eingerissenen Mundwinkeln führt.

In seltenen Fällen kann es bei Einnahme großer unzerkauter Bissen zum sogenannten >>Steakhouse-Syndrom << kommen.
Das passiert, wenn sich ringförmige Verengungen der Speiseröhre durch Schleimhautgewebe gebildet hat. Die Mediziner nennen das >Schatzki-Ringe<. Diese Ringe sind das Ergebnis einer lange unbehandelten Refluxösophagitis, also einer durch die Refluxkrankheit entstandenen Entzündung der Schleimhaut der Speiseröhre.

Symptome bei paraösophagealer Hernie

Oft macht diese Art der Hernie keine oder nur sehr unspezifische Symptome wie Schluckbeschwerden, Druck in der Herzgegend oder Aufstoßen. 
Refluxbeschwerden treten hier eher nicht oder selten auf, weil der untere Schließmuskel der Speiseröhre ja funktioniert.

Aber die paraösophagealen Hernien bergen die Gefahr von Einklemmungen, Verdrehung des Magens, Störungen der Speisenpassage, Geschwüren und Blutungen.
Das wiederum führt zu Eisenmangelanämien. Deshalb werden paraösophageale Hernien meist schon im symptomfreien Stadium operiert, wenn sie denn bekannt sindEs gibt verschiedene Techniken bei einer Zwerchfellbruchoperation.

 Eine Extremvariante dieser Form des Zwerchfellbruches ist ein vollständiger Durchtritt des Magens in den Brustraum. Das nennt man einen >>Upside-down-stomach<<

Untersuchungen bei Verdacht auf einen Zwerchfellbruch

  • Ösophagogastroskopie (endoskopische Untersuchung von Magen und Speiseröhre)
  • Röntgen Thorax (Übersichtsaufnahme des Brustkorbes)
  • Röntgen der Speiseröhre und des Magens mit Kontrastmittel (Röntgenbreischluck)

Behandlung von Zwerchfellbrüchen

axiale Gleithernie

Wenn keine Symptome auftreten, muss auch nicht behandelt werden.
Bei gleichzeitig bestehender Refluxkrankheit wird in der Regel mit Protonenpumpeninhibitoren (Omeprazol, Pantoprazol, Esomeprazol oder Lansoprazol) behandelt.
 Eine Operation ist selten nötig. Sie wird erst dann in Erwägung gezogen, wenn eine Unverträglichkeit gegenüber der o.g. Protonenpumpenhemmern besteht.

paraösophageale Hernie

Wenn Symptome auftreten, sollte operiert werden. Es gibt verschiedene Operationstechniken und Methoden um einen Zwerchfellbruch zu operieren. Die bekannteste Technik ist die Fundoplikatio-OP, die in verschiedenen Ausführungen gemacht wird und meist mit einer Gastropexie zusammen operiert wird. Aber es gibt noch einige andere OP-Verfahren, die in Deutschland angeboten werden und Kassenleistung sind. Ihr findet näheres dazu in unserem Beitrag:
Zwerchfellbruch-OP: Wenn nur noch operieren hilft

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