
Das Wichtigste in Kürze
- Stiller Reflux (LPR) ist schwer zu diagnostizieren – die Symptome ähneln Allergien, Infekten oder Asthma und nicht klassischem Sodbrennen
- Die genaueste Messung ist die 24-Stunden-pH-Metrie mit Impedanzmessung, deren Messpunkte bis in den Rachen reichen – sie erfasst auch nicht-sauren Reflux, der bei LPR häufig vorkommtIn der Praxis werden stattdessen oft ungeeignete Verfahren eingesetzt (z.B. einfache Magenspiegelung), was zu Fehldiagnosen führt
- Der Reflux Symptom Index (RSI) und die Laryngoskopie mit Reflux Finding Score (RFS) sind wichtige erste Schritte – ein RSI über 13 ist ein klarer Hinweis
- Eine PPI-Probebehandlung als Diagnosemittel ist problematisch – selbst die deutsche Leitlinie hält fest, dass ein Ansprechen auf Säureblocker keine Refluxkrankheit beweist. Zudem verändern PPI die Darmflora
Zusammenfassung
Der Stille Reflux (LPR) stellt eine diagnostische Herausforderung dar, da die Symptome oft unspezifisch sind und sich von der klassischen gastroösophagealen Refluxkrankheit (GERD) unterscheiden. Während Patienten mit GERD typischerweise Sodbrennen und saures Aufstoßen verspüren, leiden LPR-Patienten unter anderem an Heiserkeit, chronischem Husten, Räusperzwang und einem Globusgefühl im Hals.
Die Diagnose erfolgt über verschiedene Verfahren, wobei die 24-Stunden-pH-Metrie mit Impedanzmessung als genaueste Messung gilt. Messungen nur im Rachen (Restech-Sonde) werden heute kritisch gesehen: Die deutsche Leitlinie rät davon ab, sich allein auf sie zu verlassen. Die Laryngoskopie (Kehlkopf-Spiegelung) mit dem Reflux Finding Score (RFS) ist eine wichtige Basisdiagnostik, kann Stillen Reflux aber nicht beweisen. Leider werden häufig weniger aussagekräftige Verfahren wie die Magenspiegelung (ÖGD) oder die alleinige Manometrie als Ersatz für die aufwendigeren, aber präziseren Messungen eingesetzt.
Ein systematisches Vorgehen mit Anamnese, standardisierten Fragebögen (RSI), Laryngoskopie und bei unklaren Fällen der pH-Metrie führt zur sichersten Diagnose und damit zu einer zielgerichteten Therapie.
Für einen ersten Überblick zu Symptomen und der Wahrscheinlichkeit, mit der ihr Stillen Reflux habt, könnt ihr gerne hier einen ersten Test machen.
Grundlagen des Laryngopharyngealen Reflux
Der laryngopharyngeale Reflux unterscheidet sich fundamental von der klassischen gastroösophagealen Refluxkrankheit. Während bei GERD hauptsächlich die Speiseröhre betroffen ist, gelangen beim LPR Magensäure und andere Mageninhalte bis in den Rachen- und Kehlkopfbereich und die Nasennebenhöhlen. Diese Region ist deutlich empfindlicher gegenüber Säureeinwirkung als die Speiseröhre, weshalb bereits geringe Mengen an Reflux erhebliche Beschwerden verursachen können.
Welche das sind, liest du hier:
Stiller Reflux -die Symptome
Die Symptomatik ist vielfältig und oft irreführend: Patienten klagen über chronische Heiserkeit, anhaltenden Räusperzwang, das Gefühl eines "Kloßes im Hals" (Globusgefühl), chronischen Husten ohne erkennbare Ursache, wiederkehrende Halsschmerzen und manchmal auch über Schluckbeschwerden. Diese Symptome treten oft auch ohne das typische Sodbrennen auf, weshalb der Begriff "Stiller Reflux" geprägt wurde.
Die Pathophysiologie des LPR ist komplex: Neben der direkten Säureeinwirkung auf die empfindlichen Schleimhäute von Kehlkopf und Rachen spielen auch Pepsin und andere Verdauungsenzyme eine wichtige Rolle bei der Entstehung der charakteristischen Entzündungsreaktionen.
Diagnose Stiller Reflux im Detail
Anamnese und Symptome
Die diagnostische Aufarbeitung beginnt immer mit einer systematischen Anamnese. Hierbei ist der Reflux Symptom Index (RSI) ein wertvolles standardisiertes Instrument. Dieser Fragebogen erfasst neun charakteristische Symptome des Stillen Refluxes und bewertet deren Ausprägung auf einer Skala von 0 bis 5. Ein Gesamtscore von mehr als 13 Punkten gilt als Hinweis auf das Vorliegen eines LPR bzw. Stillen Reflux.
Der RSI hat den Vorteil, dass er die subjektive Symptombelastung des Patienten objektiv quantifiziert und auch für Verlaufskontrollen unter Therapie geeignet ist.
Gleichzeitig muss beachtet werden, dass ein erhöhter RSI-Score nicht spezifisch für LPR ist, sondern auch bei anderen Erkrankungen des Hals-Nasen-Ohren-Bereichs auftreten kann. Hier findest du eine Übersicht zu den Ursachen von Stillem Reflux aus ganzheitlicher Sicht: Stiller Reflux – die Ursachen Hier geht es zu den Diagnostik-Fallen und Fehlinterpretationen.
Die deutsche Leitlinie empfielt dafür die doppelte Dosis PPI über 12 Wochen. >>
Stiller Reflux und die Leitlinie
Laryngoskopie und Reflux Finding Score
Die Laryngoskopie (Kehlkopf-Spiegelung) ist das wichtigste Verfahren, um die Schleimhautveränderungen im Kehlkopf zu beurteilen. Sie kann sowohl mit starren als auch mit flexiblen Endoskopen durchgeführt werden, wobei die flexible Nasopharyngolaryngoskopie für den Patienten angenehmer ist. Beweisen kann sie Stillen Reflux allerdings nicht: Ähnliche Rötungen und Schwellungen finden sich auch bei vielen Gesunden.
Der Reflux Finding Score (RFS) standardisiert die Bewertung der bei der Laryngoskopie sichtbaren Veränderungen. Typische Befunde umfassen:
- Ödeme und Erytheme der Aryknorpel (Schwellungen und Rötungen an Stellknorpeln im Kehlkopf)
- Verdickung des hinteren Kommissur Bereichs
- Granulationsgewebe (empfindliches, neues Gewebe)
- Ödeme (Schwellungen) der Stimmlippen
- Schleimhautirritationen
- Hyperplasie (Vergrößerung) des hinteren Kehlkopfbereichs
- Die charakteristische "Pflasterstein"-Schleimhaut (Cobblestoning) im hinteren Rachenbereich
Ein RFS von mehr als 7 Punkten gilt als Hinweis auf LPR. Die Laryngoskopie ist schnell durchführbar und verursacht keine relevanten Nebenwirkungen, weshalb sie bei Verdacht auf LPR sinnvoll ist. Allein reicht sie für die Diagnose aber nicht aus.
Das Video-Panendoskop nach Herrmann
Eine besondere Erwähnung verdient das Video-Panendoskop nach Ingo F. Herrmann, das speziell für die LPR-Diagnostik entwickelt wurde. Dieses System bietet durch hochauflösende Videotechnik und spezielle Beleuchtungsverfahren eine verbesserte Darstellung auch kleinster Schleimhautveränderungen.
Die Vorteile dieses Systems liegen in der präzisen Dokumentation der Befunde und der Möglichkeit von Verlaufskontrollen. Durch spezielle Lichtfilter können Schleimhautveränderungen besser kontrastiert werden, was die diagnostische Sicherheit erhöht. Die Untersuchung ist für Patienten gut tolerabel und ermöglicht eine detaillierte Beurteilung aller für LPR typischen Veränderungen.
Mit diesem Endoskop ist es möglich, den Stillen Reflux tatsächlich bildlich darzustellen und auch seine Folgen. Das Endoskop ist invertierbar bis zu 210 Grad. Das bedeutet, dass man damit nach oben schauen kann, eben dorthin, wohin auch der Stille Reflux aufsteigt und so die Schäden, die er anrichtet, auch vollständig erfassen kann.Leider wurde dieses Endoskop bisher nicht in den Leistungskatalog der Krankenkassen aufgenommen und die Untersuchung muss privat bezahlt oder von einer privaten Krankenkasse übernommen werden.
Prof. Herrmann praktiziert nicht mehr und das Verfahren wird heute nur noch sehr vereinzelt angeboten.
mehr dazu findet ihr hier:
https://magenkompass.de/diagnose-stiller-reflux-warum-sie-so-schwierig-ist/

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Goldstandard-Verfahren: pH-Metrie und Impedanzmessung
24-Stunden-pH-Metrie mit Impedanzmessung bei der Diagnose Stiller Reflux
Die 24-Stunden-pH-Metrie mit Impedanzmessung kommt einem Goldstandard für Stillen Reflux am nächsten. Einen echten Goldstandard gibt es nicht – laut deutscher Leitlinie nicht einmal für die klassische Refluxkrankheit. Dieses Verfahren bietet aber mehrere entscheidende Vorteile:
Das System verwendet eine dünne Messsonde mit mehreren pH- und Impedanzsensoren, die durch die Nase in die Speiseröhre eingeführt wird. Die Positionierung erfolgt mittels Manometrie oder Röntgenkontrolle, wobei üblicherweise ein Sensor im Ösophagus (5 cm oberhalb des unteren Ösophagussphinkters/unteren Speiseröhrenschließmuskels) und ein zweiter im oberen Ösophagus (Speiseröhre) oder Hypopharynx (unterer Rachen, direkt hinter dem Kehlkopf) platziert wird.
Die kontinuierliche Messung über 24 Stunden erfasst nicht nur saure Reflux Ereignisse (pH < 4), sondern durch die Impedanzmessung auch nicht-saure Refluxepisoden. Dies ist besonders wichtig, da LPR häufig auch durch schwach saure oder alkalische Refluate verursacht wird, die mit einer reinen pH-Metrie nicht erfasst würden.
Die Auswertung berücksichtigt verschiedene Parameter:
- Anzahl der Refluxepisoden
- Dauer der Säureexposition
- Zeitlicher Zusammenhang zwischen Refluxereignissen und Symptomen
- Unterscheidung zwischen aufrechter und liegender Körperposition
Ein wesentlicher Vorteil dieses Verfahrens ist die objektive Quantifizierung/Mengenbestimmung des Refluxes unabhängig von subjektiven Symptomen oder morphologischen Veränderungen.
Pharyngeale pH-Messung (Restech-Sonde)
Die pharyngeale pH-Messung mit der Restech-Sonde misst nur im Rachen. Die Sonde wird im Rachen positioniert und soll auch Säuretröpfchen in der Atemluft (saures Gas) erfassen.
Sie liegt kaum an der Schleimhaut an und wird deshalb meist gut vertragen. Ihre Aussagekraft ist allerdings umstritten: Die Normwerte sind nicht einheitlich, und in Studien passen ihre Ergebnisse oft nicht zu denen anderer Messverfahren.
Die Kombination aus ösophagealer und pharyngealer pH-Messung bietet die höchste diagnostische Sicherheit, da sie sowohl den Ursprung des Refluxes in der Speiseröhre als auch dessen Auswirkungen im Rachenbereich dokumentiert.

Ergänzende und alternative Verfahren
Ösophageale Manometrie
Die ösophageale Manometrie misst die Druckverhältnisse und Bewegungsabläufe in der Speiseröhre. Während sie für die direkte LPR-Diagnose nicht ausreichend ist, kann sie wichtige Informationen über funktionelle Störungen liefern, die einen Reflux begünstigen:
- Insuffizienz des unteren Ösophagussphinkters
- Motilitätsstörungen der Speiseröhre
- Anatomische Besonderheiten
Die Manometrie ist besonders wertvoll bei der Vorbereitung auf anti-refluxchirurgische Eingriffe und kann helfen, die optimale Therapiestrategie zu entwickeln.
Ösophagogastroduodenoskopie (ÖGD)
Die Ösophagogastroduodenoskopie wird leider häufig als Ersatzverfahren für die pH-Metrie eingesetzt, obwohl ihre diagnostische Aussagekraft für LPR begrenzt ist. Die ÖGD kann zwar Begleiterkrankungen wie:
- Refluxösophagitis (Speiseröhrenentzündung durch aufsteigenden Reflux)
- Barrett-Ösophagus
- Hiatushernie
- Magenschleimhautentzündungen
nachweisen, aber sie zeigt nicht die für LPR charakteristischen Veränderungen im Kehlkopf- und Rachenbereich. Zudem kann LPR / Stiller Reflux auch ohne sichtbare Veränderungen in der Speiseröhre auftreten.
Die ÖGD sollte daher als ergänzende Untersuchung zum Ausschluss anderer Erkrankungen verstanden werden, nicht als primäres Diagnoseverfahren für LPR.
Empirische Therapie als diagnostisches Instrument?
Die Probebehandlung mit Protonenpumpenhemmern (PPI) über 2 bis 3 Monate ist in der Praxis das häufigste Vorgehen. Die deutsche Leitlinie empfiehlt dafür eine doppelte Dosis über 12 Wochen. Sie hält aber zugleich fest: Ob die Beschwerden unter PPI besser werden, sagt nichts Sicheres darüber aus, ob tatsächlich eine Refluxkrankheit vorliegt.
Allerdings ist zu beachten, dass:
- Die Therapie ausreichend lange (mindestens 8-12 Wochen) durchgeführt werden muss
- Eine hohe Dosierung erforderlich ist
- Das Ausbleiben einer Besserung LPR nicht ausschließt
- Auch andere Erkrankungen auf PPI-Therapie ansprechen können
Diese Methode wird von vielen Betroffenen abgelehnt und ist nicht frei von Nebenwirkungen. PPI verändern die Zusammensetzung der Darmflora messbar. Und beim Absetzen kann die Säure vorübergehend stärker zurückkommen als vorher – das zeigt sich selbst bei Gesunden. Wer nach Wochen feststellt, dass der Säureblocker nicht wirkt, steht dann oft mit neuen Beschwerden da und ohne Anleitung, wie das Absetzen gut gelingen kann.
Kritische Bewertung der Diagnoseverfahren
Goldstandard versus Ersatzverfahren
In der klinischen Praxis werden leider häufig weniger aussagekräftige Verfahren anstelle der aufwändigeren, aber präziseren Goldstandard-Methoden eingesetzt. Dies geschieht oft aus folgenden Gründen:
Geräteausstattung und Kosten:
- Nicht alle Praxen und Kliniken verfügen über die erforderliche Ausrüstung für 24-Stunden-pH-Metrie
- Die Anschaffungskosten für hochwertige pH-Mess-Systeme sind erheblich
- Sonden mit Messpunkten im Rachenraum sind kostenintensiv
Zeitaufwand und Patientenkomfort:
- Die 24-Stunden-Messung erfordert intensive Patientenbetreuung
- Manche Patienten empfinden die Sonde als belastend
- Die Auswertung ist zeitaufwendig und erfordert Expertise
Abrechnungssystem:
- Nicht alle Verfahren werden von den Krankenkassen in gleicher Weise erstattet
- Der Aufwand für die pH-Metrie wird oft nicht angemessen honoriert
Konsequenzen unzureichender Diagnostik
Die Verwendung weniger spezifischer Verfahren kann zu verschiedenen Problemen führen:
Falsch-negative Diagnosen: LPR wird übersehen, weil die eingesetzten Methoden nicht sensitiv genug sind. Patienten leiden weiterhin unter Beschwerden, die nicht adäquat behandelt werden.
Falsch-positive Diagnosen: Unspezifische Befunde werden fälschlicherweise als LPR interpretiert, was zu einer unnötigen Langzeittherapie mit PPI führt.
Therapieresistenz: Ohne sichere Diagnose wird oft eine empirische Therapie eingeleitet, die bei anderen Erkrankungen nicht wirksam ist.
Auch wichtig: Der Stille Reflux erzeugt häufig Reizungen im untersten Teil der Speiseröhre, die die sogenannte Z-Linie verschieben. Hier wird dann ein Barrett-Ösophagus im Sichtbefund diagnostiziert, der bei einer Gewebeuntersuchung später gar keiner ist. Eine wohlmeinende Überdiagnose aus Verantwortung wird hier schnell zu einer enormen Belastung für den Betroffenen, der den Befund meist anders liest, als sein Arzt.
Wie sollte nun die Diagnose erfolgen?
Für eine zielführende LPR-Diagnostik sollte folgendes Stufenschema angewendet werden:
Stufe 1 - Basisdiagnostik (bei jedem Verdacht):
- Ausführliche Anamnese
- Reflux Symptom Index (RSI)
- Laryngoskopie mit Reflux Finding Score (RFS)
Stufe 2 - Bei unklaren Fällen oder Therapieresistenz:
- 24-Stunden-pH-Metrie mit Impedanzmessung und Messpunkten bis in den Rachen
- Manometrie zur Beurteilung der Ösophagusfunktion
Stufe 3 - Ergänzende Diagnostik:
- ÖGD zum Ausschluss von Begleiterkrankungen
- Weitere HNO-ärztliche Untersuchungen zum Ausschluss anderer Ursachen
Zukunfts-Perspektiven und technische Entwicklungen
Die Diagnostik des LPR entwickelt sich kontinuierlich weiter. Neue Technologien versprechen eine noch präzisere und patientenfreundlichere Diagnostik:
Drahtlose pH-Mess-Systeme: Kapseln für die Speiseröhre gibt es bereits. Sie belasten weniger und erlauben längere Messungen, reichen aber nicht bis in den Rachen.
Verbesserte Bildgebung: Hochauflösende Endoskopie mit speziellen Filtertechniken kann auch kleinste Schleimhautveränderungen sichtbar machen.
Biomarker-Forschung: Ein Speicheltest auf Pepsin wird bereits erforscht. Er könnte in Zukunft eine schnellere und weniger belastende Diagnostik ermöglichen, ist aber noch nicht zuverlässig genug.
Künstliche Intelligenz: KI-gestützte Auswertung von pH-Daten und endoskopischen Befunden könnte die diagnostische Genauigkeit weiter verbessern.
Praktische Empfehlungen für Betroffene
Patienten mit Verdacht auf LPR sollten sich bewusst sein, dass eine gründliche Diagnostik Zeit und verschiedene Untersuchungen erfordern kann. Folgende Punkte sind wichtig:
Symptom-Tagebuch: Die Dokumentation von Beschwerden im Zusammenhang mit Nahrungsaufnahme, Körperposition und Tageszeit und psychischer Belastung kann diagnostisch wertvoll sein.
Ausstattung erfragen: Fragt nach, ob die Praxis oder Klinik eine 24-Stunden-Messung mit Impedanz durchführen kann, deren Messpunkte bis in den Rachen reichen. Nicht jedes Reflux-Zentrum ist dafür ausgestattet, nur weil es den richtigen Namen trägt.
Geduld im Diagnoseprozess: Die sichere Diagnose des LPR kann Zeit erfordern, da verschiedene Erkrankungen mit ähnlicher Symptomatik ausgeschlossen werden müssen.
Fazit
Die Diagnose des laryngopharyngealen Reflux / Stillen Reflux erfordert ein systematisches Vorgehen mit spezialisierten Untersuchungsmethoden. Während die 24-Stunden-pH-Metrie mit Impedanzmessung dem Goldstandard am nächsten kommt, werden in der Praxis häufig weniger aussagekräftige Ersatzverfahren eingesetzt. Dies kann zu diagnostischen Unsicherheiten und suboptimaler Therapie führen.
Eine Basisdiagnostik mit Anamnese, Fragebögen und Laryngoskopie ist bei Verdacht sinnvoll, beweist Stillen Reflux aber nicht. Bei unklaren Fällen oder wenn Säureblocker nicht helfen, ist die 24-Stunden-Messung mit Impedanz bis in den Rachen die genaueste verfügbare Untersuchung.
Die kontinuierliche Weiterentwicklung der diagnostischen Methoden verspricht in Zukunft eine noch bessere Charakterisierung dieser komplexen Erkrankung, was letztendlich zu zielgerichteteren Therapieansätzen führen wird.
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Hallo, ich bin Andrea
Ich bin Andrea Kuhl, Medizinjournalistin und Beraterin für Stillen Reflux - studiert habe ich Journalismus und Geologie, nicht Medizin. Seit fast 17 Jahren arbeite ich zu einem einzigen Thema: Stiller Reflux, überwiegend anhand englischsprachiger Fachliteratur, weil er dort seit den neunziger Jahren als eigenständiges Krankheitsbild erforscht wird. Von mir stammt das Buch: "Stiller Reflux-Kompass"


